Oliver Büchi

Mittwoch, 16. Februar 2005.





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  • Die lang ersehnte Wetteränderung sollte heute endlich Einzug halten, doch wurden wir erneut eines besseren belehrt. Der allmorgendliche Blick aus dem Fenster bot keinen erfreulichen Anblick, Nebel und Schnee konnten immer noch nicht aus den Alpen vertrieben werden.
    Voller Optimismus und frohen Mutes lauschten wir am Morgen den Worten von Werner Fritschi, der uns ab dem heutigen Tag rund um das Thema Demokratie informieren sollte. Herr Fritschi war vor einem Jahr schon im Skilager als Referent dabei und hatte uns damals auf eine unerhört spannende Art von seinem Leben erzählt.
    In seinem ersten Vortrag in diesem Jahr ging es um die Freiheit. Was genau ist Freiheit und wo hört sie auf? Viele interessante Beiträge von Teilnehmern und Leitern komplettierten den in meinen Augen sehr gelungenen Morgen.
    Trotz des etwas widerspenstigen Wetterchens machte sich immerhin ein Teil der Teilnehmer auf den Weg in den Schnee. Diejenigen sollten auch belohnt werden, denn herrliche Pulverhänge, gelegentlich scheinende Sonnenstrahlen und fehlende Warteschlangen machten diesen Tag zu einem echten Geheimtipp.
    Nach dem gelungenen Nachtessen startete Herr Fritschi auch schon seinen zweiten Beitrag. Er war gerade dabei, uns etwas zu zeigen, als urplötzlich eine Horde vermummter Rechtsextremisten singend und johlend in den Raum platzte. Als dann auch noch ein (fast zu authentischer) Führer auftauchte und einige Teilnehmer aus verschiedenen Gründen mit sechszackigen Sternen versah, war die Verwirrung perfekt. Natürlich war diese Aktion nur ein hervorragend inszeniertes Schauspiel, das Herr Fritschi für den weiteren Verlauf seines Beitrages benötigt hatte. So diskutierten wir sehr angeregt über Neonazis und andere Schwachköpfe, bis uns schliesslich Herr Reutlinger in den Ausgang entliess.
    Alles in allem wieder ein toller Lagertag, an dem – zur Freude der Zuschauer – während des Schauspiels sogar eine Fensterscheibe zertrümmert wurde. Bleibt zu hoffen dass das Wetter Morgen etwas freundlicher wird, denn Scherben bringen ja bekanntlich Glück.